Jetzt ist wieder deine Expertise gefragt. Die folgenden vier Gruppenleiter stehen vor typischen Herausforderungen beim Korrigieren und möchten deine Einschätzung: Ist ihr Umgang damit sinnvoll, oder würdest du ihnen empfehlen, ihre Haltung noch einmal zu überdenken?
Eine Interessentin sagte, dass sie gern am EM teilnehmen möchte, allerdings ein riesiges Problem damit hat, vor der Gruppe unterbrochen und korrigiert zu werden. Sie fragte, ob es vielleicht möglich wäre, dass ich ihr die Korrekturen nach der EM-Runde unter vier Augen mitteile. Ich habe das abgelehnt.
Fallbeispiel B: „Die Energie fließt nicht“
Als Gruppenleiter fällt mir auf, dass bei bestimmten Teilnehmern die Energie bei ihrem Mitteilen gefühlt irgendwie nicht ins Fließen kommt. Ich kann nicht genau sagen, woran es liegt. Es scheint nichts mit formalen Fehlern zu tun zu haben. Nach dem EM gebe ich allen Teilnehmern ein kurzes Feedback und spreche meine Wahrnehmungen dabei auch an.
Fallbeispiel C: Eine Teilnehmerin ist irritiert
Ich korrigiere meine Teilnehmer unterschiedlich streng. Bei Anfängern handhabe ich es etwas lockerer. Natürlich müssen die Satzanfänge stimmen, aber kleine Ungenauigkeiten lasse ich auch mal durchgehen. Bei den Teilnehmern, die schon länger dabei sind, korrigiere ich dagegen strenger. Eine Teilnehmerin sagte, dass sie dieser unterschiedliche Umgang irritiert. Ich erklärte ihr kurz, warum ich das so handhabe.
Fallbeispiel D: Kann man es auch übertreiben?
In einer Lokalen Gruppe, wo ich als Teilnehmerin dabei war, habe ich erlebt, dass das Korrigieren auch übertrieben werden kann. Die Gruppenleiterin merkte Dinge an, die laut Gopal gar nicht unbedingt falsch sind. Zum Beispiel bestand sie darauf, dass Angst nicht als Gefühl mitgeteilt werden darf, oder sagte, man dürfe nur die drei Grundgefühle Freude, Wut und Traurigkeit mitteilen. In meiner eigenen Gruppe bemühe ich mich darum, sauber zu korrigieren, achte aber auch darauf, dass das Korrigieren nicht wichtiger wird als das Mitteilen selbst.