Modul 3: Offene und geschlossene EM-Gruppen

In diesem Modul lernst du:

  • den Unterschied zwischen offenen und geschlossenen Gruppen
  • wie du Teilnahme und Anmeldung organisierst
  • welche Vor- und Nachteile beide Gruppenformen haben

Offene und geschlossene Gruppe im Vergleich

Als angehender EM-Gruppenleiter stehst du vor der Entscheidung, ob du eine offene oder eine geschlossene Gruppe anbieten möchtest. Beide haben ihre Vorzüge und Besonderheiten:

  • In einer offenen EM-Gruppe ist die Teilnahme unverbindlich, das heißt, deine Teilnehmer können einmalig, sporadisch oder auch regelmäßig kommen, ganz wie sie möchten. In der Regel müssen sie sich zu jedem Treffen neu anmelden. Daher ist die Zusammensetzung in der Gruppe jedes Mal ein wenig anders. Oft sind neue Gesichter und Anfänger dabei.

  • In einer geschlossenen EM-Gruppe ist eine regelmäßige Teilnahme Voraussetzung. Hier herrscht weniger Fluktuation. Die Teilnehmer müssen allerdings bereit sein, sich auf diese Verbindlichkeit einzulassen.

Aufnahme neuer Teilnehmer

  • In der offenen Gruppe schnuppern viele Teilnehmer nur ein oder zweimal rein. Daher wäre es hier unverhältnismäßig viel Aufwand, mit jedem Teilnehmer ein Vorgespräch zu führen. Du kannst entscheiden: Vielleicht willst du mit jedem Teilnehmer einmal kurz telefonieren. Vielleicht schickst du den Interessenten vorab auch nur Gopals Merkblatt und lässt dir bestätigen, dass es gelesen wurde. Auch ein Infoblatt zu den Eckdaten und Besonderheiten deiner Gruppe bietet sich an. Ein Beispiel, wie ein solches Infoblatt aussehen kann, findest du im Bereich Zusatzmaterialien dieses Kurses.

  • In einer geschlossenen EM-Gruppe entsteht ein geschützter Rahmen. Daher ist es hier wichtig, dass du nur neue Teilnehmer aufnimmst, die gut zu euch passen. Die Verantwortung, wer in die Gruppe kommt, sollte bei dir als Gruppenleiter liegen.
    Auch hier bietet es sich an, ein Infoblatt mit den Teilnahmebedingungen zu deiner Gruppe zu verschicken. Dafür findest du ebenfalls ein Muster im Bereich Zusatzmaterialien
    Führe außerdem am besten ein Vorgespräch mit einer Runde EM. Dafür eignet sich eine Videokonferenzplattform wie Zoom. So kannst du sichergehen, dass „die Chemie stimmt“. Zögere nicht, Interessenten abzuweisen, bei denen du kein gutes Gefühl hast. Du kannst dir einen Tag Bedenkzeit erbitten und dann kurz Bescheid sagen, auch per Textnachricht.
    Erfahrungsgemäß macht es die Vorgespräche mit EM-Anfängern einfacher, wenn du sie bittest, vorab den Einführungskurs auf em-lernen.de zu absolvieren, zumindest den ersten Teil des Kurses. So musst du die Grundlagen des EM nicht bei jedem Vorgespräch neu erklären.

Besonderheiten bei der Anmeldung

  • Damit nicht zu viele Leute auf einmal kommen, ist es in einer offenen Gruppe sinnvoll, dass sich die Teilnehmer zu jedem Treffen neu anmelden. Die maximale Personenzahl beim EM liegt bei acht, also sieben Teilnehmern neben dir als Gruppenleiter. Die Anmeldungen kannst du am einfachsten organisieren, wenn alle Interessenten, die du dabeihaben möchtest, einer Telegram-Gruppe beitreten. Dort erstellst du für jedes Treffen eine Einladung, zu der sich die Teilnehmer selbst eintragen. Eine Anleitung dafür findest du im Bereich Zusatzmaterialien dieses Kurses (Dokument „Anleitung für den EM-Bot“).

  • In einer geschlossenen Gruppe kannst du einen Ablauf vorgeben, z.B.: Wer sich nicht abmeldet, kommt. Damit du dich entspannter darauf einstellen kannst, wer da sein wird, kannst du auch festlegen, dass eine Abmeldung z.B. bis spätestens zwei Stunden vor dem Gruppenstart erfolgen soll. Auch eine Teilnahmequote kann sinnvoll sein, z.B. 80% aller Treffen, abgesehen von 6-8 Wochen Urlaub im Jahr. So kommt Kontinuität in die gemeinsame EM-Praxis. Doch Achtung: Je mehr Verbindlichkeit, desto weniger geeignet ist die Gruppe für Menschen mit starker Autonomiebewegung.