Modul 1: Dein Start in die EM-Gruppenleitung

In diesem Modul lernst du:

  • welche Haltung und Motivation für die EM-Gruppenleitung am besten geeignet sind
  • welche EM-Grundlagen und Materialien du sicher beherrschen solltest
  • welche Rolle psychische Stabilität spielt

Hinweis: Der Einfachheit halber werden in diesem Kurs die männlichen Formen benutzt. So ist die Rede von „dem Gruppenleiter“ und „dem Teilnehmer“. Selbstverständlich sind hier alle Menschen mitgemeint und eingeschlossen.

Eine wunderbare Wachstumschance

Eine EM-Gruppe zu leiten, ob online oder vor Ort, ist eine sehr bereichernde Aufgabe und eine wunderbare persönliche Wachstumschance: Du tust etwas zutiefst Sinnvolles, indem du anderen zu mehr Authentizität und echter Verbindung verhilfst. Gleichzeitig lernst du Menschen kennen, die genau wie du an Kontakt und Transformation interessiert sind.

Was du mitbringen solltest

Die wichtigsten Voraussetzungen, die du als Gruppenleiter mitbringen solltest, sind Freude am EM und Lust auf die neue Aufgabe. Die EM-Community lebt von Menschen wie dir, die den Mut haben, einen neuen Schritt zu gehen und ihre eigene Gruppe zu gründen.

Natürlich solltest du die Regeln des Ehrlichen Mitteilens sicher beherrschen, um deine Teilnehmer kompetent anleiten und korrigieren zu können. Wichtig hierfür ist, dass du Gopals EM-Merkblätter aufmerksam gelesen hast. Sehr empfehlenswert ist natürlich auch die Lektüre von Gopals Buch „Der Vagus-Schlüssel“. Der Einführungskurs hier auf em-lernen.de gibt dir Klarheit in Bezug auf die Feinheiten der EM-Regeln. 

Auf der Webseite em-hilfe.de hat Gopal hunderte von Anwenderfragen zum EM beantwortet, die du nach Stichworten durchsuchen kannst. Dort bekommst du viele wertvolle Hinweise und Anregungen. Im Bereich Zusatzmaterialien dieses Kurses findest du außerdem eine Linkliste mit empfehlenswerten Videos von Gopal und viele weitere hilfreiche Ressourcen. 

Nötige EM-Vorerfahrungen

Es gibt keine Vorgabe von Gopal, wie viel EM-Erfahrung du als Gruppenleiter mitbringen solltest. Natürlich ist es jedoch hilfreich, wenn du schon in verschiedenen Konstellationen Ehrliches Mitteilen praktiziert hast und am besten auch schon einmal eine Weile an einer EM-Gruppe teilgenommen hast, vielleicht sogar an zwei verschiedenen. Beim Hineinschnuppern in unterschiedliche Gruppen lernst du verschiedene Leitungsstile kennen. Das kann dir dabei helfen, deinen ganz persönlichen Stil als Gruppenleiter zu finden. 

Wenn du dir mit deinem eigenen EM noch unsicher bist, bitte einmal einen erfahrenen Gruppenleiter oder EM-Praktizierenden darum, dich beim gemeinsamen EM auf mögliche verbleibende Fehler in der Anwendung der EM-Regeln hinzuweisen. Auch ein EM-Workshop bietet sich dazu an. 

Wie viel psychische Stabilität ist nötig?

Du brauchst nicht „traumafrei“ zu sein, um eine EM-Gruppe zu leiten. Genau wie deine Teilnehmer nimmst du auch selbst am EM-Prozess teil und gehst durch transformierende Prozesse. Weder musst du besonders empathisch sein noch spezielle Fähigkeiten oder therapeutisches Vorwissen mitbringen. Auch Unsicherheit oder Schüchternheit sind kein Hinderungsgrund.

Allerdings solltest du psychisch so stabil sein, dass die Leitung der Gruppe für dich nicht mit starker Dysregulation und dauerhaftem Stress verbunden ist, sonst überforderst du dich selbst. Auch solltest du angemessen reagieren können, wenn unvorhergesehene Situationen passieren. Als Gruppenleiter liegt es in deiner Verantwortung, für den reibungslosen und störungsfreien Ablauf der Gruppe zu sorgen. Hin und wieder wird es nötig sein, klare Grenzen zu setzen. Doch keine Sorge – in diese Aufgabe wächst man hinein.

EM ist Selbsthilfe, keine Therapie

Das Ehrliche Mitteilen ist ein Selbsthilfeformat. Das bedeutet: Als Leiter bist du nicht verantwortlich für die inneren Vorgänge deiner Teilnehmer. Es liegt nicht in deiner Verantwortung, was in deinen Teilnehmern vorgeht, wie sicher oder unsicher sie sich beim EM fühlen oder ob ihr Nervensystem beim EM mit Regulation oder Dysregulation reagiert. Du bist lediglich verantwortlich dafür, den äußeren Rahmen der Gruppe sicher zu halten, so wie er von Gopal vorgegeben ist.

Wenn ein Teilnehmer mit dem EM-Setting überfordert ist, liegt es in seiner eigenen Verantwortung als Erwachsener, die Gruppe zu verlassen und sich erst einmal einen geeigneteren Rahmen zu suchen, wie z.B. eine Psychotherapie im Zweiersetting. Es ist hier natürlich sinnvoll, beratende Gespräche führen und deine Einschätzung behutsam zu äußern. Wenn ein Teilnehmer so stark überfordert ist, dass es den Ablauf der Gruppe stört, solltest du ihm nahelegen, die Gruppe zu verlassen. Zu dieser Situation gibt Gopal wertvolle Hinweise im Merkblatt auf Seite 4 und 5. Generell liegt die Verantwortung für die eigene psychische Stabilität aber bei jedem Teilnehmer selbst.

Wichtig ist, dass du als Gruppenleiter es nicht als dein persönliches Problem oder Versagen ansiehst, wenn Teilnehmer deine Gruppe wieder verlassen. Im Traumakontext ist es ganz normal, dass Menschen eine Methode eine Zeitlang ausprobieren und dann doch feststellen, dass sie momentan etwas anderes brauchen. Eine gewisse Fluktuation in der EM-Gruppe ist daher gerade zu Beginn normal. Es kann eine Weile dauern, bis sich ein fester Kreis von Menschen gefunden hat, die dauerhaft Interesse am EM haben.