Im Detail: Was stimmt mit dem anderen nicht (in deiner Vorstellung)?

Hier noch einmal deine soeben getroffene Auswahl. 

  • 1. Hat eine kurze „Zündschnur": Mangel an Introspektion und Selbstkontrolle
  • 2. Kann Nähe kaum aushalten: Mangel an Kontakt- und Bindungsfähigkeit
  • 3. Ist hilflos wie ein kleines Kind: Bedürftigkeit, Schwäche
  • 4. Geht in eine übergriffige Helferrolle: Unfähigkeit Bedürfnisse direkt zu äußern
  • 5. Benutzt Machtspiele, um Ohnmacht zu kompensieren: Mangel an echter innerer Stärke

Im Folgenden findest du zu jedem der fünf Punkte eine Liste mit genaueren Beschreibungen. Gehe am besten nur den Punkt oder die Punkte durch, den oder die du oben ausgewählt hast und kreuze an: Was genau stimmt (in deiner Vorstellung) nicht mit deinem Gegenüber?   

1) Hat eine kurze Zündschnur: Mangel an Introspektion und Selbstkontrolle

Deine Vorstellung: Der andere…

  • hat kaum oder keinen Zugang zu seinen Gefühlen, kann nicht in konstruktiver Weise für seine Grenzen und Bedürfnisse sorgen
  • steckt voller unterdrückter Wut (Pulverfass, Vulkan)
  • verleugnet seine unterdrückte Wut und Aggression
  • ist extrem reizbar, schon durch Kleinigkeiten, nimmt Vieles persönlich
  • ist oft permanent „am Limit", sodass ein kleiner Tropfen das Fass zum Überlaufen bringen kann, wird von Wut und Aggression manchmal geradezu überwältigt, hat einen Mangel an Impulskontrolle
  • ist kaum oder nicht in der Lage, sich selbst zu regulieren oder rechtzeitig Distanz herzustellen
  • erlebt jede Form von Kritik als existentielle Bedrohung und reagiert mit starker Abwehr, kann sich schwer entschuldigen oder Fehler zugeben
  • verbirgt Gefühle von Ohnmacht und Ausgeliefertsein mit aggressiven Ausbrüchen

2) Kann Nähe kaum aushalten: Mangel an Kontakt- und Bindungsfähigkeit

Deine Vorstellung: Der andere…

  • erlebt Nähe als bedrohlich, kann echten Kontakt kaum aushalten, dauerhafte Nähe kaum ertragen
  • braucht ein ständiges Hin- und Her von Nähe und Distanz, um sich sicher zu fühlen
  • fühlt sich überfordert mit den Bedürfnissen anderer Menschen nach Nähe, Kontakt und Einstimmung
  • hat ständig Angst energetisch vereinnahmt zu werden
  • kann schlecht im Kontakt klare Grenzen setzen, muss daher den Kontakt kappen, um sich zu schützen
  • kann seine Bedürfnisse nach Abstand nicht angemessen und rechtzeitig kommunizieren
  • kann das Leben nur aushalten, wenn er/sie sich betäubt oder ständig ablenkt
  • lebt in ständiger Vermeidung, flüchtet, um Überwältigung zu entgehen

3) Ist hilflos wie ein kleines Kind: Bedürftigkeit, Schwäche

Deine Vorstellung: Der andere…

  • fühlt sich hilflos, bedürftig, ohnmächtig, schwach, wie ein kleines Kind
  • braucht ständig jemanden, der ihm hilft und sich um ihn kümmert
  • hat keine Freunde, keinen Rückhalt, keine tieferen Bindungen, ist zutiefst einsam und isoliert
  • ist abhängig von dir als seinem einzigen Halt und Bezugspunkt
  • hat selbst keine Kraftquellen und muss sich andere geradezu „einverleiben", um zu überleben
  • saugt andere Menschen energetisch aus
  • nimmt die ganze Hand, wenn man den kleinen Finger gibt
  • kann seine Bedürfnisse nicht offen äußern, sondern nutzt Manipulation mit Opfergeschichten und Schuldgefühlen, um von anderen zu bekommen, was er braucht

4) Geht in eine übergriffige Helferrolle: Unfähigkeit Bedürfnisse direkt zu äußern

Deine Vorstellung: Der andere…

  • hat nie gelernt, seine eigenen Bedürfnisse klar und direkt zu äußern
  • steckt voller unterdrückter Bedürftigkeit und Frustration
  • hilft anderen ungefragt, um dann im Gegenzug etwas einfordern zu können, um energetisch etwas zu bekommen
  • benutzt Helfen und für andere da sein, um sich besser, stärker, kompetenter zu fühlen, als der andere, fühlt sich eigentlich bedürftig und schwach
  • ist stark aggressionsunterdrückt, verbirgt Aggressionen unter ständigem „Gutsein"
  • ist unehrlich, verleugnet seine Wut, Grenzen und Bedürfnisse
  • respektiert die Grenzen anderer nicht, ist übergriffig

5) Benutzt Machtspiele, um Ohnmacht zu kompensieren: Mangel an echter innerer Stärke

Deine Vorstellung: Der andere…

  • fühlt sich eigentlich zutiefst ohnmächtig, klein, hilflos, unsicher
  • empfindet Beziehungen auf Augenhöhe als bedrohlich
  • benutzt Machtpositionen und Hierarchien, um sich besser zu fühlen
  • putzt andere runter, oder stellt sich über sie, um sich besser zu fühlen
  • benutzt hierarchische Rollen (Experte, Ratgeber, Therapeut), um sich dadurch zu stabilisieren und „größer" zu fühlen
  • macht sich über andere lustig oder beschämt sie, um seine eigene Scham nicht zu fühlen
  • spielt manipulative Machtspielchen (Wartenlassen, Eifersüchtigmachen, Unsicherheit erzeugen), um seine tief empfundene Ohnmacht zu kompensieren