Gopal zufolge hat jeder von uns eine ganz konkrete „Filmszene“ im Unterbewusstsein gespeichert, die im Kontakt mit anderen Menschen immer wieder abgespielt wird. Hat man diese Sequenz erst einmal herausgefunden und kann sie im Kontakt mit einem Gegenüber abfragen, verliert sie ihre Kraft.
Daher lohnt es sich, nachzuforschen, wie die eigene „Filmzene der Bedrohung“ aussieht. Allerdings ist das alles andere als leicht. Oft ist der Kopf plötzlich ganz leer und man hat den Eindruck, dass es da gar keine Vorstellungsbilder gibt, schon gar nicht eine vollständige Szene.
Setze dich daher nicht unter Druck, diese innere Sequenz an dieser Stelle komplett herauszufinden. Versuche sie zu erfassen, so gut es dir gelingt, aber mache dir keinen Stress dabei.
Unter Umständen brauchst du dazu die Hilfe eines Therapeuten, der mit dir solange dranbleibt, bis ihr die komplette Sequenz gemeinsam herausgearbeitet habt.
Wähle nun einen Menschen aus deinem Privatleben, in Bezug auf den du momentan hin und wieder Stress und Anspannung fühlst – jemand, der dein Kopfkino „antriggert“. Es sollte jemand sein, der sich dir gegenüber im Großen und Ganzen respektvoll verhält. Hier geht es darum, Vorstellungen in deinem Geist zu beschreiben, nicht reale toxische Verhaltensweisen.
Ausgenommen sind Angehörige aus deiner Herkunftsfamilie, deine eigenen Kinder und berufliche Kontakte, bei denen eine Hierarchie besteht.
Wenn du dich gerade auf eine Projektionsauflösung in einem therapeutischen Zweiersetting vorbereitest, kannst du auch deinen Therapeuten/deine Therapeutin als Zielperson wählen.
Stelle dir nun vor, du verbringst Zeit mit der von dir gewählten Person. Stelle dir bildlich vor, wie er oder sie dir gegenübersitzt oder -steht. Wenn du magst, schließe dazu deine Augen.
Versuche jetzt, so gut es dir gelingt, ganz konkret die „Filmszene der Bedrohung“ herauszufinden, die vor deinem inneren Auge abläuft. Formuliere sie nach dem folgenden Musterbeispiel, in der dritten Person:
„Wenn ich sage, dass ich Wut fühle und [Name] kritisiere, dann sagt er/sie zwar, das wäre völlig in Ordnung, vermeidet aber ab diesem Zeitpunkt das Gespräch mit mir (ignorieren) und beendet dann wenig später unsere Beziehung (verlassen).“
Beschreibe dabei ganz konkret die Handlungen, die vom anderen drohen – so, als würdest du sie auf einer Leinwand sehen. Gibt es eine Eskalation? Wie endet die Szene?
Wenn du Inspiration brauchst, geh gern noch mal eine Seite zurück und lies dir erneut die Liste mit Beispielszenen durch.