Modul 6: Deine "Filmszene der Bedrohung"

Dieses Modul baut auf Modul 4 und 5  auf. Bitte bearbeite diese zuerst, bevor du hier weitermachst. 

Laut Gopal gehört zu jeder Gefahrenprojektion eine unbewusste „Filmszene“, die vor unserem inneren Auge abläuft. Im therapeutischen Setting arbeitet der Therapeut bei einer Projektionsauflösung diese konkrete, bildliche Sequenz zusammen mit dem Klienten heraus.

Solche „Filmszenen“ können z.B. so aussehen (typische Beispiele aus Therapiesitzungen): 

„Wenn ich dir sage, dass ich grade Wut fühle und dein Verhalten kritisiere, beendest du unser Treffen.“ (Verlassen)

„Wenn ich dir sage, dass ich mich einsam fühle, schreist du mich an, stößt mich körperlich weg und gehst dann weg.“ (Angreifen, Verlassen)

„Wenn ich dir sage, dass ich mehr Zeit für mich brauche, dann ignorierst du mich und behandelst mich wie Luft.“ (Ignorieren)

„Wenn ich mich nicht um dich kümmere, manipulierst du mich mit Schuldgefühlen. Wenn ich dann sage, dass ich das nicht mehr möchte, sondern mir echten Kontakt wünsche, ignorierst du mich und gehst schließlich weg.“ (Manipulieren, Ignorieren, Verlassen)

„Wenn ich dir mitteile, dass ich mich einsam und traurig fühle, machst du dich über mich lustig, beleidigst und beschimpfst mich.“ (Manipulieren, Angreifen)

„Wenn ich einfach nur hier bin und in deiner Nähe sein möchte, macht dich das aggressiv. Du schreist mich an und schlägst mich. Dann lässt du mich liegen und gehst weg.“ (Angreifen, Verlassen)

„Wenn ich dir sage, dass ich mich schwach und hilflos fühle, benutzt du die Helferrolle, um meine Grenzen zu überschreiten. Du kommst ungefragt in mein Zimmer, wann immer es dir passt.“ (Manipulieren)