Modul 5: Dein auslösendes Verhalten

Dieses Modul baut auf dem vorherigen Modul auf. Bitte bearbeite zunächst Modul 4, bevor du hier weitermachst. 

Deine bisherigen Notizen

In Modul 4 hast du untersucht, welche bedrohlichen Handlungen deines Gegenübers du am meisten fürchtest. Hier noch einmal, was du dort aufgeschrieben hast. Du kannst deine Notizen an dieser Stelle erneut bearbeiten oder ergänzen. 

Die Handlung, die du am meisten fürchtest:

Eine weitere Handlung, die du ebenfalls fürchtest:

Wie musst du dich angeblich verhalten?

Überlege nun: Mit welchen Verhaltensweisen löst du angeblich das bedrohliche Verhalten bei deinem Gegenüber aus? Ist deine Eigenständigkeit und Autonomie für den anderen schwer zu ertragen? Oder eher dein Bedürfnis nach Nähe und Kontakt? 

Anders gefragt: Wie musst du dich in deiner Vorstellung verhalten, damit die befürchtete Reaktion des anderen ausbleibt? Welches Verhalten musst du unbedingt vermeiden?

Kreuze die Punkte an, auf die du eine Resonanz hast und die dir bekannt vorkommen. 

A) Deine Eigenständigkeit und Autonomie triggern dein Gegenüber

Damit der andere dich nicht verlässt, angreift, ignoriert oder manipuliert, musst du – deiner Vorstellung nach – deine Autonomiebewegung unterdrücken und ständig etwas für den anderen „leisten“:  

  • Du darfst nicht weggehen und frei über deine Zeit verfügen, sondern musst beim anderen bleiben.
  • Du musst ständig für den anderen da sein, dich um ihn kümmern, ihn versorgen, ihn emotional stabilisieren.
  • Du musst den anderen ständig co-regulieren, um zu verhindern, dass er gestresst oder wütend reagiert. Deine Empathie und dein Mitgefühl sind ständig gefordert.
  • Du musst Konflikte zwischen ihm und dritten Personen verhindern, indem du mitfühlst, mitdenkst, vermittelst, für eine gute Stimmung sorgst.
  • Du darfst deine Wut nicht zum Ausdruck bringen. Du darfst nicht sagen, wenn dir was nicht passt. Du darfst keine Kritik äußern oder nur extrem vorsichtig.
  • Du musst ständig Leistung bringen, produktiv sein, fleißig sein, kompetent wirken, intelligent wirken, mitdenken, mitarbeiten, mithelfen.
  • Du musst den anderen ständig bei Laune halten, fröhlich, charmant oder witzig sein.
  • Du darfst nicht zu lebendig, fröhlich, kraftvoll und originell sein.
  • Du darfst nicht in deine Eigenständigkeit gehen, in deine volle Kraft und Tatkraft, in die berufliche Selbstverwirklichung, in die finanzielle Fülle.
  • Du darfst nicht in deine volle sexuelle Kraft und in dein Strahlen gehen, oder deine Kreativität frei ausleben.
  • Du darfst keinen Beziehungspartner haben, kein Paarglück erleben oder keine Familie gründen.

B) Dein Nähebedürfnis triggert dein Gegenüber

Damit der andere dich nicht verlässt, angreift, ignoriert oder manipuliert, musst du – deiner Vorstellung nach – dein Bedürfnis nach Nähe und Kontakt wegdrücken und verschweigen: 

  • Du darfst dem anderen nicht mit deinen Bedürfnissen zur Last fallen.
  • Dein Bedürfnis nach Nähe bzw. deine Einsamkeit sind belastend für den anderen.
  • Deine Traurigkeit ist belastend für den anderen.
  • Deine Sensibilität, Schwäche oder körperliche Krankheit sind belastend für den anderen.
  • Deine bloße Anwesenheit ist belastend für den anderen.
  • Dass du existierst, ist bereits belastend für den anderen.
  • Du weißt ehrlich gesagt nicht genau, ob da als Gegenüber überhaupt jemand existiert, ob da ein kontaktfähiges menschliches Wesen ist.
  • Du musst dein Bedürfnis nach Nähe verbergen, denn wenn du den kleinen Finger gibst, nimmt der andere die ganze Hand und vereinnahmt dich.
  • Dich schwach und bedürftig zu zeigen ist gefährlich, denn der andere könnte es sofort ausnutzen, um dich zu manipulieren, dich zu vereinnahmen oder dir eine Form von Kontakt aufzudrängen, die dich schwächt statt zu nähren.