Modul 3: Die drei Bestandteile einer Gefahrenprojektion

Eine Gefahrenprojektion hat laut Gopal drei Bestandteile:

1. Was droht angeblich von deinem Gegenüber?

Der wichtigste Bestandteil der Gefahrenprojektion ist die Vorstellung, welche konkrete Handlung im Kontakt vom anderen droht.

Hier unterscheidet Gopal zwischen vier verschiedenen Bedrohungen:

  1. Verlassen werden
  2. Angegriffen werden (verbal, physisch)
  3. Ignoriert werden
  4. Manipuliert werden

Oft besteht die Vorstellung auch aus einer Kombination mehrerer bedrohlicher Handlungen, die sich zu einer inneren „Filmszene“ zusammensetzen.
Z.B.: „Erst schreit der andere mich an, dann schubst er mich, und wenn ich am Boden liege, geht er weg und verlässt mich.“ (Angreifen, Verlassen)

2. Mit welchem Verhalten löst du diese Gefahr angeblich aus?

Der zweite Bestandteil der Gefahrenprojektion ist die Vorstellung, mit welchem Verhalten du selbst die bedrohliche Handlung des anderen auslöst oder triggerst. Hier gibt es laut Gopal zwei mögliche Varianten:  

  1. Deine Autonomiebewegung ist problematisch: Wenn du weggehst oder dein eigenes Ding machst, reagiert dein Gegenüber stark getriggert und beginnt auszuagieren.

  2. Dein Wunsch nach Nähe und Kontakt ist problematisch: Wenn du mitteilst, dass du dich einsam oder traurig fühlst, kann dein Gegenüber das kaum aushalten und reagiert mit Abwehrverhalten.

3. Welches psychische Problem hat dein Gegenüber in deiner Vorstellung?

Der dritte Bestandteil der Gefahrenprojektion besteht in Vorstellungen darüber, welches psychische Problem dein Gegenüber angeblich hat. Denn wer sich so merkwürdig verhält, wie es dir deine Gefahrprojektion suggeriert, muss in deiner Vorstellung gezwungenermaßen einen ziemlichen Knacks haben.

Gopal fragt die Klienten bei dieser Frage ergebnisoffen: „Was stimmt denn angeblich nicht mit dem anderen, dass er es nötig hat, sich so zu verhalten?“

Damit in diesem Kurs es übersichtlich bleibt, teile ich die Vorstellungen, was mit dem anderen angeblich nicht stimmt, in fünf Kategorien auf (stammen nicht von Gopal): 

Deine Vorstellung über den anderen: Er/sie…

 …hat eine kurze „Zündschnur“: Mangel an Introspektion und Selbstkontrolle

…kann Nähe kaum aushalten: Mangel and Kontakt- und Bindungsfähigkeit

…ist hilflos wie ein kleines Kind: Bedürftigkeit, Schwäche

 …geht in eine übergriffige Helferrolle: Unfähigkeit, Bedürfnisse zu äußern

…benutzt Machtspiele, um Ohnmacht zu kompensieren: Mangel an echter innerer Stärke