Anna Lisa Corrinth
Du bist begeistert vom Ehrlichen Mitteilen und überlegst, deine eigene EM-Gruppe zu gründen – als Lokale Gruppe oder online? In diesem Artikel erfährst du, worauf es bei der Gründung und Leitung wirklich ankommt. Für alle, die tiefer einsteigen möchten, bietet der interaktive Gruppenleiterkurs hier auf em-lernen.de eine umfassende Begleitung mit vielen Beispielen aus der Praxis.
Im Grunde ist die Leitung einer EM-Gruppe eine einfache Aufgabe. Du brauchst keine besonderen Kenntnisse oder Vorerfahrungen. Weder musst du therapeutisch ausgebildet sein, noch musst du deine eigenen Traumata gelöst haben.
Wichtig ist allerdings, dass du dich psychisch stabil fühlst. Als Gruppenleiter bist du verantwortlich, den Rahmen der Gruppe klar zu halten, deine Teilnehmer zu korrigieren und auch immer wieder einmal Grenzen zu setzen. Eine gewisse Unsicherheit ist dabei am Anfang normal. Achte allerdings darauf, dass die Gruppenleitung für dich nicht dauerhaft mit starken Stresszuständen verbunden ist.
Bevor du startest, überlege dir die grundlegende Ausrichtung deiner Gruppe. Möchtest du sie vor Ort oder online anbieten? Soll sie offen sein, sodass Interessierte spontan teilnehmen können, oder geschlossen mit fester Teilnehmerrunde? Beides hat Vor- und Nachteile.
Bei einer Präsenzgruppe brauchst du einen ruhigen Raum mit Sitzgelegenheiten für bis zu acht Personen. Du kannst zunächst bei dir zu Hause beginnen oder einen geeigneten Raum mieten. Auch ohne vorhandenen Raum lohnt es sich schon, die Gruppe auf der Herzchenkarte bei honestsharing.org einzutragen – oft ergeben sich daraus gute Kontakte und Raumideen.
Wenn du eine geschlossene Gruppe anbietest, ist es sinnvoll, vorab Kennenlerngespräche mit neuen Interessenten zu führen. Am einfachsten geht das über eine Videoplattform wie Zoom. Bitte denjenigen vorab, Gopals Merkblatt zu lesen und – wenn du magst – auch den EM-Einführungskurs hier auf em-lernen.de zu absolvieren, zumindest den ersten Teil.
Beim Vorgespräch lernt ihr euch kennen und macht bereits eine Runde EM miteinander. Entscheide ganz in Ruhe, wen du in die Gruppe aufnehmen willst und vertraue dabei auf dein Bauchgefühl.
In einer offenen Gruppe sind Vorgespräche meist nicht praktikabel. Hier reicht es, wenn alle Neulinge das Merkblatt gelesen haben. Du kannst die Regeln zu Beginn kurz erklären und die Satzanfänge ausgedruckt bereithalten, damit Neue sich bei Bedarf daran orientieren können.
Du kannst auch erst einmal mit ein paar Menschen aus deinem Freundes- und Bekanntenkreis starten und nach und nach weitere Teilnehmer hinzunehmen.
Der Ablauf des Treffens folgt der Beschreibung in Gopals Merkblatt. Folgende Punkte sind dabei wichtig:
Es ist ganz normal, dass es eine Weile dauert, bis sich eine stabile Gruppe gebildet hat. Viele Teilnehmer schnuppern ein paar Mal in das EM hinein und stellen dann fest, dass sie momentan doch etwas anderes brauchen. Nimm das nicht persönlich.
Wenn du eine geschlossene Gruppe leitest und dort eine große Fluktuation herrscht, kannst du über eine Teilnahmequote nachdenken. Dadurch verringert sich zwar der Kreis der Interessenten, doch diejenigen, die kommen, bleiben oft kontinuierlich dabei. Probiere aus, welches Gruppensetting für dich dauerhaft stimmig ist.
Die Leitung einer EM-Gruppe ist eine sehr bereichernde Aufgabe. Du nimmst selbst regelmäßig am Ehrlichen Mitteilen teil und gehst du transformative Prozesse. Gleichzeitig hast du die Chance, immer mehr in die Leitungsrolle hineinzuwachsen und deine Klarheit und Abgrenzung zu stärken, Fähigkeiten, die dir auch im Alltag sehr zugutekommen.
Wenn du den Wunsch verspürst, eine Gruppe ins Leben zu rufen, ist das oft schon der beste Startpunkt. So trägst du dazu bei, dass noch mehr Menschen die heilsame Wirkung des Ehrlichen Mitteilens erleben können – in einer Welt, die sich nach echter Begegnung sehnt.
Hier findest du den interaktiven Gruppenleiterkurs auf em-lernen.de. Jetzt starten!
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