Kostenloser EM Einführungskurs – Ehrliches Mitteilen nach Gopal Norbert Klein

Ehrliches Mitteilen – Beispielsätze und Tipps für dein erstes EM

 Anna Lisa Corrinth

Offene Hand balanciert Steine – Symbol für innere Balance und Achtsamkeit beim Ehrlichen Mitteilen (EM) Offene Hand balanciert Steine – Symbol für innere Balance und Achtsamkeit beim Ehrlichen Mitteilen (EM) Offene Hand balanciert Steine – Symbol für innere Balance und Achtsamkeit beim Ehrlichen Mitteilen (EM) Offene Hand balanciert Steine – Symbol für innere Balance und Achtsamkeit beim Ehrlichen Mitteilen (EM) Offene Hand balanciert Steine – Symbol für innere Balance und Achtsamkeit beim Ehrlichen Mitteilen (EM) Offene Hand balanciert Steine – Symbol für innere Balance und Achtsamkeit beim Ehrlichen Mitteilen (EM) Offene Hand balanciert Steine – Symbol für innere Balance und Achtsamkeit beim Ehrlichen Mitteilen (EM) Offene Hand balanciert Steine – Symbol für innere Balance und Achtsamkeit beim Ehrlichen Mitteilen (EM) Offene Hand balanciert Steine – Symbol für innere Balance und Achtsamkeit beim Ehrlichen Mitteilen (EM) Offene Hand balanciert Steine – Symbol für innere Balance und Achtsamkeit beim Ehrlichen Mitteilen (EM) Offene Hand balanciert Steine – Symbol für innere Balance und Achtsamkeit beim Ehrlichen Mitteilen (EM) Offene Hand balanciert Steine – Symbol für innere Balance und Achtsamkeit beim Ehrlichen Mitteilen (EM)

Du möchtest das Ehrliche Mitteilen ausprobieren, würdest aber gern genauer wissen, wie sich EM-Mitteilungen eigentlich anhören?

Hier bekommst du konkrete Beispielsätze aus der Praxis – Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen – und einen realistischen Einblick, was dich bei deinen ersten EM-Sessions erwartet. 

Was sind typische Beispiele für EM-Mitteilungen?

Die folgenden Sätze hört man beim EM recht häufig, sowohl von EM-Anfängern als auch von Teilnehmern, die schon länger dabei sind. Natürlich sind sie keine Vorgabe. Es geht beim EM schließlich darum, das mitzuteilen, was spontan in dir auftaucht. Doch sie können dir eine erste Vorstellung geben, wie typische Mitteilungen aussehen: 

Gedanken

  • Mein Kopf denkt, dass ich plötzlich ziemlich aufgeregt bin.

  • Mein Kopf denkt, ob ich alles richtig mache.

  • Mein Kopf denkt, dass diese Art zu sprechen ungewohnt ist.

  • Mein Kopf denkt, dass ich gerade gar nicht weiß, was ich fühle.

  • Mein Kopf denkt, dass mir gerade nichts einfällt.


Körperempfindungen

  • Ich spüre Anspannung im Körper.

  • Ich spüre Druck im Bauch.

  • Ich spüre Kälte in den Füßen.

  • Ich spüre Spannung im Gesicht.

  • Ich spüre Feuchtigkeit an den Händen.


Gefühle

  • Ich fühle Freude.

  • Ich fühle Heiterkeit.

  • Ich fühle Ärger.

  • Ich fühle Scham.

  • Ich fühle Traurigkeit.

Müssen die drei Ebenen eine bestimmte Reihenfolge haben?

EM-Anfänger fragen oft, ob man beim Mitteilen eine bestimmte Reihenfolge einhalten sollte, z.B. Körperempfindung – Gedanke – Gefühl. Eine andere häufige Frage lautet, ob jede der drei Ebenen in etwa gleich viel Zeit einnehmen sollte. Beide Fragen lassen sich klar mit „nein“ beantworten.

Vertraue einfach auf das, was im jeweiligen Moment spontan in dir auftaucht. Wie viele Gefühle z.B. in deinem Geist erscheinen, darauf hast du selbst gar keinen Einfluss. Du bist gewissermaßen selbst Zuhörer oder Zeuge deiner eigenen Mitteilungen. Wenn es dir leichter fällt, kannst du dir erst einmal eine Ebene aussuchen, mit der du anfängst, etwa mit den Körperempfindungen. Aber es ist nicht vorgeschrieben.

Wie sieht ein Beispiel für eine typische Mitteilung aus?

Eine typische EM-Mitteilung könnte zum Beispiel so lauten:

„Ich spüre Druck im Bauch. Ich spüre Aufregung im Körper. Mein Kopf denkt, dass ich jetzt dran bin. Mein Kopf denkt, dass ich aufgeregter bin, als ich dachte. Mein Kopf denkt, dass ich alles richtig machen möchte. Ich fühle Scham. Ich spüre Kälte in den Fingern.

Mein Kopf denkt, dass ich nicht weiß, was ich sagen soll. Mein Kopf denkt, dass mir ganz viele Gedanken durch den Kopf gehen. Ich spüre Kälte in den Füßen. Mein Kopf denkt, dass meine Füße oft kalt sind. Mein Kopf denkt, ob ich vielleicht korrigiert werde. Mein Kopf denkt, dass das nicht schlimm wäre. Mein Kopf denkt, dass es trotzdem Stress bei mir auslöst. Ich spüre Stress im Körper. Ich fühle Freude.

Mein Kopf denkt, dass etwas gerade leichter wird. Mein Kopf denkt, dass ich nicht genau sagen kann, was es ist. Ich spüre Entspannung in den Beinen. Mein Kopf denkt, dass mir gerade richtig warm wird. Ich fühle Heiterkeit. Mein Kopf denkt, dass ich gerade laut lachen könnte. Mein Kopf denkt, dass es gerade eigentlich keinen Grund zum Lachen gibt. Mein Kopf denkt, dass gerade eigentlich alles in Ordnung ist. Ich spüre Hitze im Gesicht.“

FAQ – Fragen rund um die ersten Male EM

Hier sind die häufigsten Fragen von EM-Anfängern – und Tipps, wie du damit umgehen kannst.

• Muss ich beim EM alles mitteilen, was ich denke?

Nein, du brauchst beim EM nicht alles mitzuteilen, was du denkst. Wenn du Level 1 (EM ohne Bezugnahme) machst, darfst du sogar nicht alles mitteilen – Gedanken, die sich auf dein Gegenüber beziehen, sind hier tabu, wie z.B.: „Mein Kopf denkt, dass du gerade gegähnt hast.“

Auch andere innere Vorgänge brauchst du nicht vollständig mitzuteilen. Es ist sogar sehr wichtig, dass du deine Grenzen wahrst und nicht über sie hinweggehst. EM hat nichts mit Oversharing zu tun. Du musst nichts sagen, was dir unangenehm, peinlich oder vielleicht auch einfach nur zu persönlich ist.

Wenn du magst, kann du stattdessen die Grenze selbst mitteilen: „Mein Kopf denkt, dass da gerade ein Gedanke/ein Gefühl/eine Körperempfindung ist, den/das/die ich nicht mitteilen möchte.“

Du kannst deine Mitteilungszeit auch jederzeit vorzeitig beenden, indem du z.B. einfach sagst: „Ich höre auf.“ Dann geht es mit dem nächsten Mitteilenden weiter.

• Ist es normal, wenn ich mich beim EM anfangs etwas unwohl fühle?

Es ist ganz typisch, dass beim EM zu Beginn überraschende oder vielleicht sogar unangenehme Gefühle auftauchen. Die neue Situation ist ungewohnt: Dein Gegenüber schaut dich aufmerksam an und sagt nichts, alle Aufmerksamkeit liegt auf dir. Du sollst dich jetzt mitteilen und dabei noch eine Menge Regeln beherzigen.

Vielleicht bist du erst einmal angespannt, fühlst dich unsicher, hast Sorgen, etwas falsch zu machen oder korrigiert zu werden. Vielleicht kommt auch plötzlich Scham – Selbstzweifel tauchen auf: „Alle anderen kriegen das hin, nur ich kann das bestimmt nicht.“

Vielleicht spielt auch dein Körper beim Mitteilen plötzlich verrückt, obwohl du bis gerade eben noch ganz ruhig warst. Dein Herz rast, der Mund ist trocken, dir wird kalt oder plötzlich heiß. Du schwitzt oder bemerkst, wie du mit deinen Händen nestelst oder ähnliches.

Oder vielleicht kommt auch Ärger über die ganzen Regeln, die du beachten sollst, ein gewisser Trotz. Vielleicht merkst du eine Unlust, es so zu machen wie „vorgeschrieben“.

All das ist ganz normal.

• Warum bin ich nicht einfach entspannt? Es passiert doch eigentlich nichts Schlimmes.

Beim Ehrlichen Mitteilen entsteht unmittelbarer Kontakt mit anderen Menschen. Die meisten von uns sind das nicht gewohnt. Gefühle, die wir im Alltag oft nicht wahrnehmen, kommen daher an die Oberfläche.

Das Ehrliche Mitteilen erzeugt diese Gefühle nicht in uns, es macht sie nur fühlbar – ähnlich wie Sonnenlicht, das Staub sichtbar werden lässt.

All das sind ganz normale Prozesse. Es wäre eher ungewöhnlich, wenn du beim EM von Anfang an tiefenentspannt wärst.

• Wie gehe ich mit unangenehmen Gefühlen beim EM am besten um?

Die Kunst beim Ehrlichen Mitteilen besteht darin, alles, was in dir auftaucht, ins Mitteilen und damit in den Kontakt zu bringen - ohne es zu bewerten oder etwas damit „machen" zu wollen. Eine vollständige Mitteilung könnte sich z.B. so anhören:

„Ich spüre Stress im Körper. Ich spüre ein Klopfen in der Brust. Mein Kopf denkt, dass ich überhaupt nicht weiß, warum mein Körper so reagiert. Mein Kopf denkt, dass mich das gerade überfordert.“

Oder so:

„Ich fühle Ärger. Mein Kopf denkt, dass das EM sehr viele Regeln hat. Mein Kopf denkt, dass mich das an die Schule erinnert. Mein Kopf denkt, dass ich einen ganz schönen Widerstand habe, die ganzen Regeln einzuhalten.“

Oft ist es zu Beginn der EM-Praxis noch nicht möglich, alles, was in einem vorgeht, beim EM sofort mitzuteilen. Manchmal fällt einem etwas erst im Nachhinein ein. Je regelmäßiger man sich ehrlich mitteilt, desto mehr von dem, was in einem los ist, kann beim EM spontan ins Bewusstsein kommen und mitgeteilt werden.

• Wann wird das EM leichter für mich?

Je regelmäßiger du Ehrliches Mitteilen praktizierst, desto leichter wird es. Viele EM-Praktizierende stellen eines Tages erstaunt fest, dass sie gar nicht genau mitbekommen haben, wann sich etwas verändert hat. Sie merken nur im Rückblick, dass sich etwas verändert hat: Das EM wurde entspannter. Beziehungen begannen sich zu wandeln. Vielleicht wurde es leichter, auf andere zuzugehen oder auch, sich abzugrenzen und Ärger und Wut mitzuteilen.

Wichtig: Wenn bei dir auch nach mehreren Wochen bis Monaten beim EM noch starke Stresszustände ausgelöst werden, solltest du dich beraten lassen. Kläre, ob das EM für dich aktuell geeignet ist oder ob vielleicht erst einmal eine Psychotherapie im Zweiersetting sinnvoller wäre. Für Menschen, die in ihrer Kindheit schwere Bindungs- und Entwicklungstrauma erlebt haben, kann das ein sinnvoller Zwischenschritt sein. Wende dich dazu gern an Gopals Team unter office@traumaheilung.net.

Wenn du nun nicht nur lesen, sondern auch sehen und hören möchtest, wie Ehrliches Mitteilen in der Praxis geht, helfen dir die folgenden Video-Empfehlungen weiter:

Video-Tipps von Gopal

Zwei hilfreiche Videos von Gopal: Eine EM-Demonstration von Gopal und Heike, einer wichtigen Mitarbeiterin aus seinem Team, und ein Video zu typischen Herausforderungen für Anfänger.

Kleiner Hinweis: Seit der Entstehung des ersten Videos (2023) wurden einige Formulierungen in den EM-Regeln noch etwas präzisiert. Manche Details im Merkblatt sehen heute anders aus. Das Video vermittelt trotzdem einen sehr guten Eindruck davon, wie EM sich anfühlt.

So geht es weiter

Die ersten Male Ehrliches Mitteilen sind vielleicht noch neu, wie ein kleiner Sprung ins kalte Wasser. Doch mit etwas Übung wirst du merken, dass das Mitteilen richtig Spaß machen kann. Auch wenn es am Anfang ungewohnt ist – jede Mitteilung stellt echten Kontakt her. 

Lust, das EM erst einmal online kennenzulernen? In meinem kostenlosen Einführungskurs erkläre ich die Regeln Schritt für Schritt – probiere es gern direkt selbst aus. 

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